Theodore Fontane in Gröben

Das ursprünglich dreieckige Sackgassendorf Gröben

wurde im Zuge der von Albrecht dem Bären und seinem Sohn Otto I. betriebenen Ansiedlungspolitik um 1170 als Kolonistendorf durch eine Familie von Gröben, die aus der Altmark kam, gegründet. Die Familie von der Gröben war zu dieser Zeit einer der mächtigsten Vasallen Kaiser Karls IV. in der Mark. Aber entscheidend geprägt wurde Gröben und die nördliche Nutheregion durch die darauffolgende Herrschaft der Familie von Schlabrendorf, deren 1720 erbautes Herrenhaus steht heute liebevoll restauriert mitten im Ort. Die 1908 bei einem Brand zerstörte Gröbener Dorfkirche wurde nach den Plänen von Prof. Franz Schwechten, dem Erbauer der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche in Berlin, wieder aufgebaut. Sehenswert sind insbesondere die Wand-malereien von Prof. Oetken, die Orgel von G. Sauer und eine von Kaiserin Augusta Viktoria gestiftete Altarbibel. 

Theodor Fontane

besuchte Gröben und seine Umgebung sehr oft. In seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg beschreibt er u.a. seine Besuche im Pfarrhaus und das Studium des Kirchenbuchs. Dieses ist das älteste erhaltene Kirchenbuch der Mark Brandenburg und heute als Kopie in der Kirche und im Internet ( http://www.kirchenbuch-groeben.de/ ) nachzulesen. Nicht nur Fontane war fasziniert von den Ausführungen und er schrieb dazu, „Krieg- und Pest und Wasser- und Feuers-not und Mißwachs und Mißgeburten. Und daneben Unglück über Unglück ... . Fischer ertrinken, Brautzüge werden vom Sturm überrascht und in Winterdämmerung Verirrte brechen ein in die kaum überfrorenen Lunen oder erstarren in dem zusammengewehten Schnee. Dazu Mord und Brand, und Stäupung und Enthauptung, und auf jedem dritten Blatte das alte Lied von Ehebruch und «Illegitimitäten» aller Art, an die sich dann regelmäßig und wie das Amen in der Kirche die pastoralen und meist invektivenreichsten Verurteilungen knüpfen. Aber immer im Lapidarstil.“

Bis 1886 war der Gröbener Kiez,

der nur wenige hundert Meter vom Gröbener Ortszentrum entfernt ist selbstständig. Allein das Straßenschild Kietz weist noch auf die Besonderheit hin, dass hier einer der wenigen so genannten echten Kietze erhalten ist. Früher lebten und arbeiteten hier die Gröbener Fischer, an die heute noch einige der alten Fischerhütten erinnern.